Im Lateinischen bedeutete „restaurare“ wiederherstellen, erneuern, wieder erbauen. In der Charta von Venedig von 1964 wurde eine zentrale und international anerkannte Richtlinie in der Restaurierung verabschiedet, an welcher sich weltweit Fachleute, also Handwerker, aber auch Wissenschaftler im Umgang mit historischen Artefakte orientieren.

„Ziel der Restaurierung ist die Erhaltung des Kunstwerks wie die Bewahrung des geschichtlichen Zeugnisses. Es bezieht sich nicht nur auf große künstlerische Erzeugnisse, sondern auch auf bescheidene Werke, die im Lauf der Zeit eine kulturelle Bedeutung bekommen haben oder bekommen können.“

Auf die über 800 Jahre alte Uhrmacherei übertragen bedeutet dies, dass wir nicht nur im Auftrag des aktuellen Besitzers einer Uhr handeln, sondern gleichfalls zukünftige Besitzer berücksichtigen müssen. Bei 200-300 Jahre alten Uhren (was durchaus alltägliche Arbeit in einer Uhrenwerkstatt sein kann) ist einem Kunden diese zeitintensive und teure Vorgehensweise noch erklärbar, aber bei einem Regulator aus der Zeit um 1920 kommt auch der Fachmann in Erklärungsnot. Obwohl hier längst die Prinzipien der Restaurierung Anwendung finden müssten wird oft genug noch nach einfachen Regeln und Vorgehensweisen repariert und dabei häufig historisches Gut beschädigt oder gänzlich vernichtet.

Warum nur ist das Verständnis für aufwendige Reparaturen an einem 35 Jahre alten Oldtimer vorhanden, stößt bei einer 100 Jahre alten Uhr aber schlagartig an seine Grenzen?

Restaurierungen sind grundsätzlich verbunden mit intensiver Recherche zur Geschichte des jeweiligen Artefakts und, falls möglich, zu dessen Hersteller. Gleichzeitig wird zu jeder Restaurierung eine schriftliche und bebilderte Dokumentation erstellt, aus welcher die Vorgehensweise des Handwerkers/Restaurators sowie die reparierten bzw. erneuerten Bereiche zu erkennen sind. Erneuerte Teile des Uhrwerks bzw. der Uhr müssen aus zeitlich angepasstem Material erstellt und individuell gekennzeichnet werden um sie für spätere Restauratoren kenntlich zu machen. Die Verwendung moderner Materialien verbietet sich.

Diese Vorgehensweise kollidiert nur allzu oft mit dem Wunsch des Besitzers nach Wiederherstellung der Funktion um die Uhr wieder ihrer alltäglichen Verwendung zuzuführen. Hier ist viel Fingerspitzengefühl und Fachkenntnis des Uhrmachers bei der Aufklärung des Kunden gefragt.

Im Folgenden einige Restaurierungsberichte von historischen Uhren die sich in meiner Werkstatt zur Restaurierung befunden haben für Sie zum Download.

Engl.Bracketclock ROWNING,NEWMARKET

Wiener Laterndl-Wibral

Antoni Doser

Chronoscope